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Das neue Jahr

Germana




Das neue Jahr

4. Januar 1942

Ungezählte Menschen im gegnerischen Lager werden sich beim diesjährigen Jahreswechsel die bange Frage vorgelegt haben, was das neue Jahr 1942 ihnen und ihren Völkern bringen werde, ob Stagnation, Rückschlag oder Niederlage. Das ihm vorangegangene Jahr 1941 hatte seine Umwege gemacht und war so ganz anders verlaufen, als unsere Feinde sich das vorgestellt hatten. Vielleicht wird den einen oder den anderen unter ihnen bei einer Bilanz, zu der der Jahreswechsel immer die beste Gelegenheit bietet, die nagende Sorge beschlichen haben, daß das neue Jahr für ihre Seite wenn nicht die Katastrophe, so doch wenigstens so schwere Schläge bringen, daß sie sich niemals mehr davon erholen würde.




Auch bei uns hat man Rückblick und Ausblick gehalten, sicher­lich unter ungleich viel günstigeren Aspekten als auf der Feind­seite. Denn die Sache, die wir verfechten, ist gerecht und 15215d316p klar. Ihr stehen alle Möglichkeiten zum Sieg zur Verfügung. Die Völker, die sich ihr verschrieben haben, sind jung und gesund und ihre Führun­gen entschlossen, koste es, was es wolle, das große Ringen um die Existenz ihrer Länder zu einem erfolgreichen Abschluß zu bringen.

Wir sind uns klar darüber, was unser im neuen Jahre harn und was wir dafür tun müssen; und Klarheit ist immer die Vorstufe zum Sieg. Wir wissen, daß wir um unser nationales und in den meisten Fällen auch um unser individuelles Leben kämpfen. Wir machen uns gegenseitig nichts vor, nähren unsere Hoffnungen nicht an trügerischen Illusionen, sind uns durchaus bewußt,

welcher Anstrengungen es bedarf, um zum Erfolg zu kommen, und auch bereit, diese zu leisten und auf uns zu nehmen. Das deutsche Volk lebt im dritten Kriegsjahr in einem harten politischen Klima. Das ist gut so. Keiner unter uns, der sich leichtsinnigen Täuschungen hingäbe. Je härter das Klima, desto verbissener die Entschlossenheit, mit den Schwierigkeiten fertig zu werden. Denn die Erfahrung lehrt, daß Völker, die vom Leben schwer herge­nommen werden, dadurch nicht etwa an Kraft verlieren, sondern nur an Kraft gewinnen. Wir Deutschen wären nicht so, wie wir sind, wenn uns alles leicht gemacht worden wäre. Das, was wir als Nation darstellen und besitzen, haben wir uns selbst erkämpfen müssen. Nur selten in unserer Geschichte ist uns etwas geschenkt worden oder unverdient in den Schoß gefallen. Sind wir deshalb etwa schwächer oder minderwertiger als andere Völker, denen Glück und holder Zufall mehr zur Seite standen als uns ? Auch in diesem geschichtlichen Ringen müssen wir uns unserer Haut wehren. Nur diejenigen sind erstaunt darüber, die sich vom Kriege so eine Art sensationeller Abwechslung versprachen. Die starken Herzen und die wachen Gehirne haben ihn so erwartet, wie er ist, und nicht anders.

Es ist klar, daß der Krieg in seinem dritten Jahre eine Unmenge von Problemen aufwirft, an die wir in normalen Zeiten niemals gedacht hätten. Er erforderte eine grandiose Umstellung unserer Wirtschaft auf seine eigenen Zwecke und Bedürfnisse, denen gegen­über die Zwecke und Bedürfnisse des zivilen Lebens mehr und mehr in den Hintergrund gedrängt werden. Das wird sich natürlich im dritten Kriegswinter viel fühlbarer auswirken als im ersten Kriegswinter. Heute begegnen wir dem Krieg auf Schritt und Tritt. Das wird bei unseren Feinden nicht anders sein; und im übrigen teilt die Heimat dieses Schicksal mit unseren Soldaten, nur mit dem Unterschied, daß sie seit dem September 1939 nur vom Krieg, und zwar in seiner härtesten Form, umgeben sind. Die

Heimat wird sich, je länger der Krieg andauert, um so mehr an das Gefühl- und Empfindungsleben der Front heranbewegen; und das ist nicht etwa zu beklagen, sondern im Interesse der Front nur zu begrüßen.

Wir haben immer den Standpunkt vertreten, daß man in der Volksrührung am besten fährt, wenn man die Probleme, die uns alle beschäftigen, freimütig und vertrauensvoll anspricht. Das soll selbstverständlich nicht heißen, daß politische und militärische Geheimnisse öffentlich diskutiert werden müßten, wie das die Demokratien oft sehr zu ihrem eigenen Schaden tuen. Aber es gibt darüber hinaus eine Unmenge von Fragen, die da sind und deren Existenz schon deshalb von niemandem geleugnet werden kann, weil sie an jeden Einzelnen in dieser oder in jener Form herantreten. Es sind meistens Probleme des täglichen Lebens, mit denen wir alle fertig werden müssen. Sie sind in der Hauptsache durch den Krieg bedingt und treten auf der Feindseite in genau derselben Schärfe auf wie bei uns. Soweit sie im Kriege überhaupt befriedigend gelöst werden können, geschieht das am besten und wirkungsvollsten durch Gemeinschaftseinsatz und durch Gemein­schaftshilfe. Sie deshalb dem Volke darzulegen und vor ihm zu besprechen, ist kein Zeichen von Schwäche, sondern nur ein Zeichen von Stärke und souveräner Sicherheit. Keiner beispiels­weise wird von der Eisenbahnverwaltung erwarten, daß sie Ferienbäder Erholungszüge fahren läßt, wenn sie Kartoffeln, Kohlen» Gemüse, Munition und Waffen transportieren muß, und niemand nimmt es der Regierung übel, wenn sie zu Weihnachten Kerzen nur im beschränkten Umfang ausgibt, weil diese dringend an der Ostfront gebraucht werden. Das darf man nicht nur, das muß man sagen und erklären. Gerade unser Volk hat am allermeisten Verständnis dafür, denn es sind ja seine Väter und Söhne, die draußen stehen, und alle Einschränkungen, denen sich die Heimat unterzieht, kommen ihnen zugute.



Und schließlich können die meisten Probleme überhaupt nur durch die Mithilfe des Volkes wirklich und grundlegend gelost werden. Helfen wird das Volk aber um so lieber, wenn es weiß, um was es sich handelt und worum es geht.

Die Herren Engländer machen geradezu einen Beruf daraus, aus der offenen Darlegung eines Kriegsnotstandes bei uns auf unsere innere Schwäche zu schließen. Wir verzichten darauf, sie eigens darauf aufmerksam zu machen, daß sie sich damit selbst ins Gesicht schlagen. Denn sie sind ja gerade als Bürger einer sogenannten freien Demokratie so stolz darauf, daß bei ihnen alles öffentlich diskutiert wird; und wenn wir aus den täglich in englischen Zeitungen stattfindenden Debatten auf den inneren Zustand des britischen Volkes schließen wollten, dann müßten wir glauben, daß das Empire unmittelbar vor dem Zusammen­bruch stände.

Wir nehmen nicht einmal Notiz davon, denn wir sind der Überzeugung, daß der Krieg ausschließlich durch harte Tatsachen entschieden wird, und eine solche Tatsache ist nicht etwa die, daß Mr. Smith sich in einem Leserbrief an den "Daily Telegraph" darüber ausschimpft, er habe wieder einmal eine Stunde Schlange stehen müssen, um fünf Zigaretten zu kaufen, und zudem habe es noch geregnet. Wir schließen daraus nur, daß die Rauchwaren in London ebenso knapp sind wie in Berlin, und nehmen das ge­bührend zur Kenntnis. Aber wäre es nicht genau so töricht, wenn wir glauben wollten, daß gerade deshalb das britische Weltreich zusammenbrechen würde, wie es töricht ist, wenn die Engländer glauben, wegen der Knappheit an Weihnachtsartikeln würden die Deutschen Revolution machen?

Und im übrigen: was gehen uns dabei die Engländer an? Sie bemächtigen sich ja unserer inneren Sorgen nicht etwa, um uns zu helfen, sondern nur, um propagandistisch Kapital daraus zu schlagen, wie sie auch keineswegs etwa, wenn wir ausreichend

Rauchmaterial zur Verfügung hätten, das nur Befriedigung fest­stellen und dem Mangel an Rauchwaren in England gegenüber lobend hervorheben würden. Wir führen Krieg miteinander. Im Krieg ist gerade den Engländern bekanntlich jedes Mittel recht, um dem Gegner Schaden zuzufügen. Welchen Grund sollten wir haben, uns nach ihnen zu richten oder auf sie überhaupt auch nur Rücksicht zu nehmen? Von ihnen haben wir nur Böses und Schäd­liches zu erwarten. Sie schimpfen sowieso, ob es uns gut oder ob es uns schlecht geht, und wahrscheinlich bemächtigen sie sich deshalb so liebevoll unserer inneren Sorgen, weil sie glauben, uns durch ihr Geschrei davon abhalten zu können, uns selbst ernsthaft damit zu beschäftigen.

Wie schlecht sie uns doch kennen! Wenn sie einmal aufmerksam die Geschichte unserer Partei und des nationalsozialistischen Staates studieren wollten, so würden sie sicherlich feststellen, daß wir nur selten vor etwas Angst gehabt haben, niemals aber vor der sogenannten Weltmeinung. Wir haben zu oft erlebt, mit wie schimpflichen Mitteln und zu welchen verächtlichen Zwecken diese Weltmeinung gemacht wird, als daß wir noch Respekt davor haben könnten. Es ist deshalb für uns nur psychologisch interessant, jedesmal nach der Verlesung unserer Artikel im Rundfunk die Londoner Journalisten und Radiosprecher sich abplagen zu sehen, auch aus dem einfachsten und klarsten Satz immer noch etwas herauszudestillieren, womit sie ihre blassen Hoffnungen nähren können. Wieviele Federhalter werden sie dabei schon zerkaut haben! Das geht nun über ein Jahr schon so; hat sich dadurch etwas an der Situation geändert ? Gar nichts! Es war verlorene Liebesmüh. Aus keiner der britischen Illusionen ist Wirklichkeit geworden. Wie begonnen, so zerronnen, kann man hier nur sagen. Aber wir sind jedesmal durch offenes Ansprechen der Probleme ohne Rück­sicht auf die Schimpfereien der Engländer auch mit ihnen, soweit das die Verhältnisse überhaupt erlaubten, fertig geworden. Wir



waren dabei die Gewinner, und die Engländer hatten nur das Nachsehen.

Überhaupt ist ein Volk, und gerade das deutsche, im allgemeinen viel härter, als man gemeinhin annimmt. Es will gar nicht verhät­schelt oder verzogen werden. Man braucht ihm nur zu sagen, was es tun soll, und es gibt sich gleich und mit Feuereifer an die Arbeit. Kann einer sagen, daß wir schon einmal in einer wichtigen Frage umsonst und erfolglos an die Nation appelliert hätten? Selbst bei harten und unbequemen Forderungen ist das deutsche Volk immer bereit, der Führung zu folgen, wenn man ihm diese Forderungen und ihre Notwendigkeit richtig und überzeugend erklärt. Man fühlt sich durch die Einsatzbereitschaft unseres Volkes, die immer noch größer ist als man erwartet, darum auch immer wieder aufs neue beschämt.

Niemand wird beispielsweise bestreiten wollen, daß Woll- und Pelzsachen in Deutschland augenblicklich sehr rar sind und daß man sie im Kriege auch nicht ersetzen kann. Als wir vor zwei Wochen im Rundfunk zur Sammlung von Winterausrüstungs­gegenständen für die Front aufriefen, da war die Ansprache noch nicht beendet, da ging schon ein Strom von Telefongesprächen aus dem ganzen Reich bei uns ein, der stundenlang sämtliche Leitungen des Ministeriums blockierte. Körbe von Telegrammen und Briefen wurden in den nächsten Tagen angeliefert, nicht einer mit Ein­wendungen, alle nur mit Spenden, guten und brauchbaren Rat­schlägen, Anfragen, was und wo und wann man abliefern könne. Als wir am Tage darauf die englischen Zeitungen und Radio­berichte studierten, stellten wir wieder einmal mit Interesse fest, daß London die deutsche Revolution erwartet und in der Sammlung von Wintersachen für die Front das erste Anzeichen dazu er­blickt.

Wir lassen den Engländern ihr Vergnügen. Sie verstehen vom deutschen Volk so viel wie eine Kuh von der Strahlenforschung.

Sie werden ihre Illusionen einmal teuer bezahlen müssen. Uns aber geziemt es, hart und gelassen zu bleiben, realistisch zu denken und niemals den Boden unter den Füßen zu verlieren, die Kriegsprobleme anzugehen, wo sie sich zeigen, und das neue Jahr mit derselben Entschlossenheit zu beginnen, mit der wir das alte, ver­gangene gemeistert haben.

Dann werden wir es bezwingen, komme was kommen mag.










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