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Der tönerne Koloß

Germana




Der tönerne Koloß

23. November 1941

Der britische Premierminister Winston Churchill steht bekannt­lich zum Alkohol in einem ausgesprochenen Vertrauensverhältnis. Umso gespannter sind seine Beziehungen zur Wahrheit, mit der er sich seit seinem Eintritt in das politische Leben auf dauerndem Kriegsfuß befindet. Er gehört zu den weltbekanntesten Lügnern, und wenn er eine Behauptung aufstellt, dann zwinkern sich nicht nur in den neutralen und englandfeindlichen, sondern auch in den eingeweihten britischen Kreisen die Fachleute mit den Augen zu, und ein verständnisvolles Grinsen geht über das Gesicht der Welt­öffentlichkeit. Jedermann weiß, wieviel er je nachdem hinzusetzen oder abziehen soll. Augenblicklich steht die Taxe so, daß man bei seinen Zahlenangaben, die für England ungünstig sind, mit drei multiplizieren und bei denen, die für England günstig sind, durch drei dividieren muß.




Der Multiplikator bzw. der Divisor ändert sich je nach der Kriegslage. Als Mr. Churchill kürzlich gezwungen war, vor dem Unterhaus Rechenschaft über den Stand der Atlantikschlacht ab­zulegen, gab er die Versenkungsziffern für englische Tonnage in den letzten vier Monaten mit % Millionen BRT. an; in Wirklich­keit betrugen sie über 10110j99k 2 Millionen BRT. Gestellt, kann er sich allerdings darauf berufen, daß er im Lügen gegenüber Stalin noch in den Anfängen steckt. Der brachte es fertig, die sowjetischen Vermißtenzahlen mit 378.000 anzugeben, während sich zu gleicher Zeit 3 600 000 bolschewistische Gefangene in unserer Hand befanden. Danach beträgt bei ihm der Multiplikator nicht drei, sondern zehn.

Man sieht also, daß die Gegenseite selbst dann nicht vor faust­dicken Lügen zurückschreckt, wenn wir im Besitz von ganz ein­wandfreiem und überzeugendem Zahlenmaterial sind. Sie legt offenbar gar keinen Wert mehr darauf, uns selbst mit ihren Zahlen­angaben zu imponieren. Es kommt ihr lediglich auf die Hervor­rufung eines wenn auch nur kurz bemessenen Eindrucks in der Weltöffentlichkeit an. Man hat nicht mehr den Mut, mit der ganzen Wahrheit herauszurücken, weil man dumpf zu ahnen beginnt, daß sie unter Umständen einen Schock in der eigenen öffentlichen Meinung hervorrufen könnte, der nicht mehr einzudämmen wäre. Man geht also auf Täuschung aus, ohne auf uns noch irgendwelche Rücksichten zu nehmen. So steht es im Augenblick um die Sache der Koalition Moskau-London-Washington.

In London mehren sich unterdes die Stimmen, die die Frage aufwerfen, wie England nach Lage der Dinge denn überhaupt noch siegen wolle. Mr. Churchill hat zwar in einer seiner letzten Reden mit schlecht gespieltem Pathos erklärt, wenn Japan mit den Vereinigten Staaten in Konflikt komme, so habe es in einer Stunde die britische Kriegserklärung zu erwarten. Aber jedermann weiß, daß das Bluff ist. Womit will England die USA. unterstützen, dasselbe England, das jeden Tag verzweifeltere Hilfeschreie über den Atlantik schickt. Großbritannien befindet sich zur Zeit in einer so ausweglosen Lage, daß es nur noch durch ein Wunder gerettet werden könnte. Mr. Churchills Prognosen sind nicht in Erfüllung gegangen. Die Sowjetunion hat das nicht gehalten, was man sich von ihr versprach. Die Schlacht auf dem Atlantik geht unentwegt und mit auf die Dauer für England tödlichen Verlusten weiter. Die Drohung der über die Achsenmächte verhängten Blockade ist gebrochen. Wenn Roosevelt auch mit Siebenmeilen­stiefeln dem Kriege nachläuft, so ist es immer noch die Frage, ob er ihn einholt; und wenn doch, was würde das im Grunde genom­men an Englands prekärer Lage ändern?

Es ist klar, daß die britische Regierung trotz allem nach Kräften bemüht bleiben muß, selbst angesichts dieser verzweifelten Situa­tion das Gesicht zu wahren. Man kann auch den tiefgehenden Wandel der Erfolgschancen für London nicht dadurch feststellen, daß man die Situation von gestern mit der von heute, sondern höchstens, daß man die von Ende Juni mit der gegenwärtigen vergleicht. Da allerdings stehen Englands Aussichten auf Null. Wir wollen erst gar nicht reden von der angeblich geplanten Inva­sion auf dem europäischen Kontinent, die zur Entlastung der Sowjets durchgeführt werden sollte und von der man in London vor vier Monaten noch als von der selbstverständlichsten Sache der Welt sprach. Sie wird heute jenseits des Kanals als Schreib­tischstrategie abgetan, und zwar von demselben englischen Premier­minister, der vor noch nicht allzu langer Zeit seine käuflicher Journalisten unentwegt ermunterte, sie zu propagieren.

Als der Führer diese leere Prahlerei in seiner letzten Münchener Rede mit blutigem Hohn ironisierte, beeilte sich die englische Presse, von diesem peinlichen Thema loszukommen und zu er­klären, daß die Führerrede nichts wesentlich Neues gebracht habe und deshalb keine ins Einzelne gehende Beantwortung verdiene. Genau in der Nacht vorher und am selben Tage verlor die britische Luftwaffe bei Einflügen ins besetzte und Reichsgebiet 60 höchst­wertige Flugzeuge einschließlich ihrer Besatzungen in Höhe von etwa 250 Piloten. Wir hatten im Verlauf derselben 24 Stunden sieben Tote in der Zivilbevölkerung und kaum nennenswerten Sachschaden zu beklagen. Die Verlustziffern an Menschen beweg­ten sich also in einem Verhältnis von 1:36, die materiellen Verluste sind überhaupt nicht miteinander zu vergleichen. Wenn Mr. Chur­chill sich auch in den darauf folgenden Tagen eifrigst bemühte, die enormen Einbußen der Royal Air Force auf das Wetter zurück­zuführen, das, wie seine Nachrichtendienste erklärten, seit genau 98 Jahren nicht mehr so schlecht gewesen sei - die Engländer



haben nämlich auch schon vor 98 Jahren genau Buch über die Wetterverhältnisse über dem Reich geführt, denn Ordnung muß sein -, wenn er auch die angesetzten Flugzeuge im Verlauf von 72 Stunden von 150 auf 2000 heraufschnellen ließ, um damit das Verlustverhältnis herabzudrücken, feststeht, was die amerikanische Presse am Tage nach dem Aderlaß für die britische Luftwaffe konstatierte, nämlich daß die Royal Air Force bei den fraglichen Kampfhandlungen fast die Hälfte der eingesetzten Maschinen verlor.

Man drehe die Sache wie man will, es bleibt für England nicht viel mehr übrig als ein schaler Nachgeschmack. Man hat sich in allem verrechnet. Eine Revolution ist weder im Reich noch in den besetzten Gebieten weit und breit zu entdecken. Die Blockade ist durch die deutsche Gegenblockade unwirksam gemacht worden. Eine Rückkehr auf den Kontinent erscheint nach Lage der Dinge für die Engländer gänzlich ausgeschlossen. Die sogenannte Non-Stop-Offensive hat auch nicht einen Bruchteil von dem gehalten, was man sich davon versprach. Die USA.- Hilfe bat ihre Schrecken für uns verloren. Der bolschewistische Bundesgenosse ist trotz aller Gebete des Erzbischofs von Canterbury in seiner Offensiv­kraft zerschmettert. Die wiederholt von London unternommenen psychologischen Einbruchsmanöver in die Front der Achsenmächte waren von vornherein zu vollkommener Wirkungslosigkeit ver­urteilt. Die britischen Zersetzungsversuche an der deutschen Moral haben zu keinerlei Effekt geführt. Nochmals: Wie will England überhaupt siegen, oder besser gesagt, wie will es nicht besiegt werden?

Wir gehören nicht zu jenen Phantasten und Illusionisten, die einen Zusammenbruch des britischen Empires für morgen oder übermorgen voraussagen. Gut Ding will Weile haben, und was in Jahrhunderten aufgebaut wurde, stürzt nicht in Monaten. Wir sehen die Lage durchaus realistisch und wissen sehr wohl, daß es

noch manchen Stoßes bedürfen wird, um den tönernen Koloß ins Wanken zu bringen. Das ist auch nicht das Ausschlaggebende. Wesentlich erscheint uns vielmehr die Tatsache, daß England keine Chance mehr zum Siege besitzt und sich demnach bereits auf dem Wege zur Niederlage befindet.

Wann diese praktisch eintreten wird, das vermag niemand zu sagen. Wir führen keinen Krieg mit der Stoppuhr. Es ist geradezu kindisch, wenn Mr. Churchill uns tagtäglich durch seine Propa­gandadienste vorrechnen läßt, daß wir, wenn wir an dem von ihm festgesetzten Termin nicht gesiegt hätten, überhaupt nicht mehr siegen könnten. Gewiß läuft die britische und USA.-Rüstungsindustrie auf Hochtouren; aber glaubt England vielleicht, daß die deutsche und die verbündete oder uns zu Diensten stehende europäische wartete und zuschaute? Wir vermögen in keiner Weise einzusehen, daß die Zeit für London arbeitet. Wir wissen ganz genau, was Großbritannien kann und was es nicht kann, aber ebenso gut wissen wir auch, was wir nicht können, und vor allem, was wir können. Auch wir besitzen das einschlägige Zahlenmaterial, um uns einen absolut schlüssigen Überblick über das Rüstungs­potential bei uns und bei unseren Gegnern zu verschaffen. Wenn Mr. Churchill und seine Trabanten uns durch Ziffern bluffen wollen, so befinden wir uns keinen Augenblick im Zweifel darüber, welchen Multiplikator bzw. welchen Divisor wir bei seinen Zahlen­angaben anzulegen haben.



Und im übrigen hat uns die jüngste und fernere Vergangenheit hinreichend darüber belehrt, daß man bei den Engländern sehr klar zwischen Angabe und Tatsache unterscheiden muß. Von dem was sie uns anzukündigen oder anzudrohen beliebten, ist meist nach kurzer Zeit nicht mehr viel übrig geblieben. Ihre Prahlereien stoßen deshalb bei uns ins Leere. Sie flößen uns keinen Schrecken ein, wie Mr. Churchill wahrscheinlich annimmt, sondern nötigen uns nur ein Lächeln ab. London kann um nichts vormachen.

Wir wissen über die verzweifelte Lage, in der sich das britische Empire befindet, ebenso gut, wenn nicht besser Bescheid als Mr. Churchill selbst.

Bleibt nur noch die Frage zu beantworten, warum er so stur und eigensinnig an seinem für England so außerordentlich ver­hängnisvollen Standpunkt festhält. Er hat in den letzten Wochen verschiedentlich das Gerücht verbreiten lassen, daß Deutschland Friedensfühler ausgestreckt habe. Hier ist offenbar der Wunsch der Vater des Gedankens. Er muß seinem Volke etwas bieten, um die innere Moral aufrechtzuerhalten. Wenn er auch bombastisch erklärt, er werde auf einen deutschen Friedensversuch -der selbst­verständlich nirgends und von niemandem unternommen worden ist - niemals eingehen, so hat er doch wenigstens die entfernte, wenn auch selbsterfundene Möglichkeit dazu anscheinend zur Behebung seines eigenen Minderwertigkeitskomplexes nötig. Wir rechnen ihn nicht zu jenen Menschen, die ein persönliches oder ein politisches Gewissen besitzen. Er ist vollkommen skrupellos und hat statt einer durchlässigen Haut ein Nilpferdfell. Was aus den von ihm verführten und in namenloses Unglück gestürzten Völkern wird, ist ihm seiner ganzen Natur nach ziemlich gleich­gültig. Auch liegt ihm, und seine Reden beweisen das' immer wieder, geschichtliches Denken vollkommen fern. Wer sich mit dem Bolschewismus verbündet, um ihn als Verwüster gegen Europa anzusetzen, kann nur als ein im tiefsten Sinne chaotischer und europafeindlicher Mensch angesehen werden.

Darum geht es auch bei ihm nicht. Er sieht alle Vorgänge, die augenblicklich die Welt bewegen, nur in Beziehung auf seine eigene werte Person. Er hat diesen Krieg vorbereitet und angezettelt. Er ist im wahrsten Sinne des Wortes sein Krieg. Wenn er für England mißlingt, dann scheitert auch seine Person an ihm, und zwar vielleicht in einem viel umfassenderen Sinne, als er sich das heute selbst zugeben will. Deshalb auch seine in letzter Zeit immer

wieder hervortretenden Versuche, die Schuld am Kriege von sich abzuwälzen. Er sieht offenbar in seinen lichten Stunden das heran­nahende Verhängnis und will es sich nur noch nicht eingestehen;

und darum kämpft er bis zur letzten Verzweiflung und wartet auf

ein Wunder.

Er wird vergebens warten. Auch die Geschichte hat ihre innere Gesetzlichkeit. Sie kann zwar manchmal aufgehalten, aber niemals aufgehoben werden. Das Schicksal nimmt seinen vorgeschriebenen Lauf. Es wird auch nicht vor Englands Toren halt machen. Wann die Stunde seiner Erfüllung kommt, das wissen wir nicht. Anstatt danach zu fragen, arbeiten und kämpfen wir dafür; denn sie soll uns als Nation in Bereitschaft finden.










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